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By Christine Stelzer-Orthofer

Die vorliegende Arbeit ist eine leicht uberarbeitete am Institut fur Gesell schaftspolitik, Abteilung Sozialpolitik und politische Institutionen sowie am Institut fur Soziologie, Abteilung fur Methoden der empirischen Sozial forschung, beide an der Universitat Linz, approbierte Dissertationsschrift zum Thema "Armut und Zeit. Eine empirische Studie zur Dauer der Sozial hilfebedurftigkeit," die in den Jahren 1993 bis 1996 abgefasst wurde. Die Arbeit ist als erster empirischer osterreichischer Beitrag zu der seit einigen Jahren als "dynamische Armutsforschung" avancierten sozialwissen schaftlichen Forschungsrichtung zu verstehen, die sich ausgehend vom angel sachsischen Raum mittlerweile in der Bundesrepublik Deutschland und auch in anderen europaischen Landern (z.B. Schweden) etabliert hat. Als theoretischer Hintergrund fur die empirisch ausgerichteten For schungen zu Armutsdynamiken werden im deutschsprachigen Raum u.a. die Arbeiten von Beck (1986) angefuhrt, der bereits vor zehn Jahren aufIndivi dualisierung und Verzeitlichung von sozialer Ungleichheit aufmerksam ge macht hat. Seine gesellschafts theoretischen Diagnosen zur Risikogesellschaft haben nicht nur zu einer Sensibilisierung hinsichtlich der Globalisierung von Zivilisationsrisiken, sondern auch zu einer neuen Sichtweise sozialer Gefahrdungslagen gefuhrt: Neue soziale Risiken sind individualisiert, verzeitlicht und entgrenzt. Becks theoretische Annaherungen an soziale Un gleichheit haben somit zu einer Auseinandersetzung mit lebensphasen spezifischen Armutslagen angeregt

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Die Beibehaltung der auf der Grundlage des Heimatgesetzes von 1863 beruhenden Unterstützungsvoraussetzungen war ein Kennzeichen der österreichischen Armenfürsorge, die eine forcierte Zweiteilung von Armen- und Arbeiterpolitik einleitete. " (Melinz 1982: 52). Um Lohnarbeit als attraktivere Variante gegenüber der Annenfürsorge durchzusetzen, griff man zum einen auf deutlich unter dem Marktlohn liegende Unterstützungen zurück, zum anderen existierten "vom Staat geschaffene Diskriminierungen der Annen und politische Beschränkungen" (Melinz 1982: 55), wie beispielsweise das Fehlen eines Rechtsanspruchs auf Unterstützung, Beschränkung durch das Subsidiaritätsprinzip, der Verlust des Wahlrechts für öffentlich Unterstützte, die Möglichkeit der Unterbringung in einem Arbeitshaus, die Anbindung der Annenverwaltung an die Strafjustiz etc.

Melinz 1989: 14-17; Krammer 1993: 199-203) kann davon ausgegangen werden, daß die "repressive" Komponente in der Armenfürsorge auch nach dem Ende des Ersten Weltkrieg in der Ersten Republik beibehalten wurde. Dasselbe gilt für die Sozialpolitik im Austrofaschismus, auch hier wurden keine neuen Strukturen für die Armenfürsorge gelegt. Durch die unter der Maxime der "Politik der Sachlichkeit" herbeigeführten Veränderungen, die Talos als "eine Politik der Anpassung der Sozialpolitik an die veränderten ökonomischen und politischen Bedingungen" beschreibt (Talos 1985: 165-166), kam es, was die Armenfürsorge betrifft, nach Krammer (1993: 201) zu einem "faktischen Stillstand".

Daraus folgerte er, daß die "Vermehrung der Bevölkerung unbegrenzt größer ist als die Kraft der Erde. Unterhaltsmittel für den Menschen hervorzubringen" (Malthus 1798/1977: 18 zit. nach Steinmann 1989: 160). Das unkontrollierte Bevölkerungswachstum, so Malthus, gehe weit über die Möglichkeiten des Nahrungsmittelwachstums hinaus, da - sofern keine Hemmnisse auftreten - die Bevölkerung in geometrischer Reihe wachse, Nahrungsmittel aber lediglich in arithmetischer Reihe. Das tatsächliche Bevölkerungswachstum unterliege allerdings Hemmnissen, die Malthus in positive und vorbeugende unterteilt.

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